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Wenn dieser Satz Dich trifft, betrifft es Dich...

Ich habe mich verändert: Eine Reise zu mir selbst

Es ist ein Satz, den ich in den letzten Jahren öfter vorwurfsvoll von Menschen um mich herum gehört habe: "Du hast Dich aber verändert." Doch anstatt es als Kritik zu sehen, empfinde ich diese Worte als stille Anerkennung für das, was ich erreicht habe. Inzwischen. Anfangs war das nicht so. Während ich nach über drei Jahrzehnten aus meinem bisherigen Leben ausstieg weil es mir ncihts mehr gab, suchte und suchte ich nach - mir. Was man da am wenigstens braucht und dennoch jeden trifft: Ablehnung durch Andere statt Miteinander oder Bestärken. Denn Veränderung bedeutet, neue Wege zu beschreiten, Neuland zu betreten und sich neu zu entdecken. Das ist nicht immer einfach und bringt seine eigenen Herausforderungen mit sich, aber es ist auch eine Bereicherung, die unser Leben bunt und authentisch macht.


Der alte Zug des Lebens

Das Leben ist für mich wie ein Zug, der unaufhörlich fährt, durch allerlei Landschaften mit vielen Gesichtern und Überraschungen. Es gab Sicherheit in dieser Vorhersehbarkeit, aber auch ein Gefühl von Aufbäumen. Denn manche Menschen fahren sehr lang mit uns in unserem Zug, z.B. Eltern oder Geschwister. Manche bleiben einige Stationen, wie gute Freunde oder der Partner, die Partnerin. Und manche steigen an der nächsten Haltestelle wieder aus. In mancher Leute Leben war ich der, von dem sie niemals gedacht hätten, dass ich aussteigen würde aber ich tat es. Und manchmal waren es Menschen, die meinen Zug des Lebens verließen.


Die Kunst des Aus- und Einsteigens

Wenn jemand ausssteigt, muss das nicht bedeuten, dass es ihr oder ihm alle gleich tun und der Zug leer bleibt. Manche steigen ebenfalls aus, andere warten an den Bahnhöfen, bereit für Dich und den nächsten Abschnitt der Reise. Neue Menschen kommen hinzu, bringen frische Energie, andere steigen leise aus und bleiben dennoch geschätzte Wegbegleiter in unserer Erinnerung. Der Zug pfeift, der Wagen rattert, die Schienen surren - das Leben ist eine Fahrt. Und Du entscheidest, mit wem sich der Horizont weitet. Du wirst selbst zum Lokführer Deines Lebens. Du wählst nur, wann der nächste Wechsel kommt und wo Dein Zug wieder Fahrt aufnimmt.


Neue Perspektiven und Erlaubnisse

Ich durfte lernen, dass Veränderung oft mit gesellschaftlichen und persönlichen Blockaden verbunden ist. Die ständigen Erwartungen derer, die uns weiter als Fels in der Brandung oder Konstante sehen wollen, und die subtilen Regeln, wem und wann wir unsere Träume zeigen dürfen, sind stete Begleiter.

Das Loslassen dieser Blockaden ist befreiend, aber es fordert auch seinen Tribut – Verlustängste oder Neid spielen oft lauernd im Hintergrund.

So saß ich am Abend des Geburtstags meiner Frau am fein gedeckten Tisch unseres Lieblingsrestaurants uns sah, wie sich jemand die Zeit genommen hatte, unter jeden meiner Beiträge auf verschiedenen Kanälen eine Din A4 Seite an Vorwürfen, verzerrter Weltendarstellung, Hass und Neid abzuladen. Es war ein alter Bekannter, der im Rausch des Alkohols mal wieder Dunst ablassen wollte. Damals traf es mich sehr. Heute weiß ich: Ich kann noch so viel Wertschätzungen anderen Menschen gegenüber besitzen, wer seine Themen nicht klar hat, wird sie immer dort abladen, wo er am meisten getriggert wird.

Denn: In den Momenten echter Veränderung erlaubst Du Dir, Dinge zu tun, die Du Dir früher verboten hast. Du fühlst Dich in Deinem JETZT lebendig und lebst nicht auf einen fernen Ruhestand hin, von dem Du nicht einmal sicher bist, dass er in der geplanten Form stattfinden wird und kann.


Gesellschaftliche und persönliche Blockaden

Veränderung konfrontiert uns oft mit unseren tiefsten Ängsten. Wenn ich mich selbst kaum bewege, v.a. die, Andere zu verlieren. Die Angst, nicht mehr die Kontrolle zu haben, die Angst allein zu sein, die Angst der eigenen Verletzlichkeit zu begegnen uvm. Vieles davon entspringt alten Rollenklischees, Stärke zu zeigen und Konstanz zu leben. Dabei steckt enorme Stärke gerade in der Flexibilität und Bereitschaft, neu zu denken.


Verlustangst: Was, wenn nur noch Menschen zurückbleiben, die mir nicht so wichtig sind, wie andere? Diese Frage nagt an jenen, die Veränderung negativ begegnen und verächtlich jenen Satz sagen: `Na Du hast Dich aber ganz schön verändert.´ Doch eigentlich verschwindet nur, was ausgedient hat. Das Wesentliche bleibt oder wandelt sich nur.

Neid: Wenn wir Schritte wagen, die andere noch nicht bereit sind zu gehen, begegnet uns oft Neid. Andere sehen in unserem Mut oft das, was sie insgeheim selbst wollen, sich aber nicht trauen zu leben. Da ist es leichter, den anderen anzugreifen, als den Blick in den Spiegel zu wagen.


Die Belohnung der Veränderung

Doch hinter jeder Hürde wartet die Anerkennung, die nicht von außen, sondern von innen kommen muss. Eine Anerkennung jener kleinen Schritte, die uns schließlich erlauben, die Veränderung als Bereicherung zu genießen. In einer Gesellschaft, die Veränderung mit Unsicherheiten assoziiert, ist es ein kostbares Geschenk, sich selbst treu zu bleiben und die Dinge dann zu erleben, wenn sie wirklich zählen – im Hier und Jetzt.


Ich habe mich gefragt...

  1. Welche verborgenen Wünsche hast Du, die Du Dir bisher nicht erlaubt hast, zu entdecken?

  2. Welche Menschen in Deinem Leben inspirieren und bestärken Dich, neue Wege zu gehen – und welche ziehen Dich runter?

  3. Wann hast Du Dich zuletzt richtig lebendig gefühlt – was wäre, wenn dieser Zustand von Dauer wäre?


Ich wünsche Dir, dass Du stets in den Spiegel schaust und ehrlich bist, was Deine Wünsche und Ansprüche an Dich sind, wer Dich dabei begleiten darf und welche Menschen Dich auch einfach mal nur mitreißen dürfen.


Wenn Dich das ruft, melde Dich gern bei mir.


Beste Grüße, Stefan

 
 
 

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